Köln-Marathon 2014…

Ohne großes Training wurde mir vor zweieinhalb Wochen angeboten den Marathon in der verbotenen Stadt zu laufen. Ich weiß nicht, welche Gehirnströme nicht richtig blitzten, aber ich sagte klar mach ich…

Also bin ich mal 2×8, 10, 14, 18 ,22 ,25 und 30km Training in zwei Wochen gelaufen und zum Marathon angetreten. Und das nach meinem persönlichen Sommertrainingsloch. Vielleicht brauchte ich Motivation. So habe ich mir nach dem Kurztraining und meinen Befindlichkeiten die 5:30min/km und grobe 3:50h Zielzeit auferlegt. Auf jeden Fall unter 4h. Und mit 30min langsamer wie Hamburg, dachte ich könnte das hinkommen. Zumal ich wieder dort unter Pseudonym lief (Köln Ummeldung nicht möglich!!!) und in der AK50 :-), war das ok.

Wie immer bin ich natürlich etwas zu schnell los gelaufen, aber nur 7Sek/km. Alles lief gut, habe auf der Strecke einen Laufpartner gefunden und am Streckenrand war die Familie und der Lauftreff Zonser Heide gut platziert, so dass immer für Unterstützung und Motivation gesorgt war. Wetter in den ersten 2h war perfekt. Dann wurde es etwas sonnig, aber noch keine Düsseldorfer Verhältnisse, wie in manchen Vorjahren. Vorbereitung am Marathontag und Vortag war gut, sodass ich die Gott sei Dank nicht auf die Kölner Sanitäreinrichtungen, die ja nach den 10000 HM Marathonis wie immer wunderbar aussahen, angewiesen war. Nun aber los zum Marathon…

Die ersten km liefen gut. Schön über den Rhein, der DOM rechts. Nach 1km kurz hinter der Brücke liefen wir schon auf die ersten gehenden Schulmarathonistaffeln auf. Bei km 4.5km überholten uns die 3:45h Pace Maker, die sich immer ein wenig weiter entfernten. Das war aber auch gut so. Nach weiteren 6km überholten wir schon die ersten wohl falsch einsortierten Läufer des schnellstens Blockes, des Roten, der 7min vor uns gestartet war. Auf dem Rückweg von dem Süden von Köln ging es dann über Neumarkt und Rudolfplatz, wie immer gute Stimmung. Dann überholten wir das Bergtrikot der Tour de France, mit der Frage ob es heute noch Bergpunkte gibt. Die Antwort kam wie immer im Uni-Viertel. Wo nach für mich unverständlicher Weise wie jedes Jahr diese eine doofe Unterführung zweimal durchlaufen werden muss. Da merkt man jedes mal das Blut in den Beinen.

Zurück aus dem Univiertel ging es dann über die Aachener Strasse mit Weiher zurück über Rudolfplatz und Friesenplatz raus nach Ehrenfeld und zu Deutschlands größter Moschee (immer noch nicht fertig, aber Berliner Flughafen und Elbphilarmonie sind ja auch noch nicht fertig). Anscheinend wird in solchen Städten zur Ablenkung Marathon gelaufen. Konzentriert wie ich war, habe ich den Kölner Fernsehturm übersehen, aber dann kam schon der Mediaturm. Und nun ging es raus ins schöne Nippes. Wer Nippes nicht kannte so wie ich, hat es Jahrelang als Fluch des Marathons ignoriert. Aber seit zwei Jahren waren wir durch Zufall öfter dort an Wochenenden. Und siehe da, Nippes ist eine Blüte Kölns, was man auf dem ersten Blick nicht erkennt. Schöne Kaffees und Restaurants, interessante Geschäfte vorzüglich in den Nebenstrasse, wo natürlich der Marathon nicht längs geht.

Erster Frust machte sich breit bei km 27. Die roten Läufer die noch liefen kamen uns entgegen und waren schon bei km 37. Aber es ging weiter. Mein Mitläufer kündigte an bei km 27, gleich gibt es Getränke. Ich muß mal kurz dehnen, nur eine Minute. Die Minute war kurz, bei km 29 war er wieder neben mir. „Guten Tach“. Um ihn nicht zu demotivieren, dachte ich mir nur, ob er das durchhält, da sein Ziel die <4h war. Er war aber ausgerüstet wie ein Profi an jeder Tränke eigene Powerbar Flasche, die er dann 500m weiter immer gekonnt wegwarf. Aber bei km 31, bei der nächsten Tränke sah ich ihn das letzten mal. Prüfender Blick zurück bei km34, kommt er nochmal. Nichts zu sehen und so ging meine Tour alleine weiter.

Bei km 36 bin ich dann für 50m mal ins Nordic Walker Lager gewechselt. Die Steigung am Zoo gab mir etwas Probleme, wie jedes mal. Aber dann ging es weiter. Eigentlich recht locker aber wohl mit leicht verzehrtem Blick wieder über Friesenplatz und Rudolfplatz (wie meine Tochter berichtete). Was Kinder auch immer so sehen mögen. Jetzt ÜBERMOTIVIERT auf die letzten 2,195km. km 41 nach 42 in 4:50min/km. Es läuft doch. Abbiegen in die Hohestrasse, leichter Anstieg und da ist er ja, DE DOM DA. Kurzer Blick nach Rechts und den Dom und Zuschauertribüne genießen. Richtig Regisseur gut gemacht, Ich bin auf dem 200 ZOLL Bildschirm. Lächeln und dann kam doch noch ein kleiner Krampf auf derm roten Teppich. Glücklicher Weise nicht mehr im Blick der Kamera. Und ab ins Ziel 3:52h Soll erfüllt.
Medaile, Essmeile alles super, Kleiderbeutel nach Transfer von Köln Deutz in den Zielbreich auch da. Und jetzt kam noch der krönende Abschluss. Die warme Dusche.
ZWANZIG Duschen (10für Männer, 10für Frauen) für 10000HM und 9000 Marathonies und Staffelmarathonies, RESPECT Köln. Die Männer haben die Einteilung dann selber in die Hand genommen. 15 für Männer und 5 für Frauen. War auch in Ordnung so. Bei den Frauen war keine Schlange und bei den Männern trotzdem 20min warten. Wollte gar nicht wissen wie das beim HM ausgesehen hat, wo viel mehr in kurzer Zeit einlaufen. Aber Köln hat ja immer sowas zu bieten. Es gibt Beständigkeit in Köln, genauso wie die dummen Sprüche am Start von der Mockenhaupt. Deswegen liebe ich Köln ja und war das fünfte mal Anwesend. Andere die ich auf der Strecke getroffen hatte waren bei allen 18 Marathons dabei und trugen das Goldene Shirt, unglaublich. Machet jut, bis nächstes Jahr Kölle….

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